Was tun, wenn smarte Ziele nicht funktionieren?!

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Grundsätzlich ist es immer ratsam, Dir Ziele konkret und detailiiert zu setzen. Dazu eignet sich die SMART-Technik. Doch es kann durchaus sein, dass diese Formulierung nicht reicht, um Dein Ziel zu erreichen. Denn es gibt hierbei ein ganz essenzielles Problem: Fehlende emotionale Zugkraft. Wie Du dieses Problem lösen und Deinem Ziel eine Zugkraft sondergleichen verschaffst, sodass es sogar leichter ist, es zu erreichen, als es nicht zu erreichen – das erfährst Du in diesem Artikel.

DIE CRUX MIT DEN ZIELEN

Im Coaching halte ich meine Klienten dazu an, ihre Ziele so klar und konkret wie möglich zu formulieren.

Als Hilfsmittel, dies zu realisieren, dienen verschiedene Methoden, wie SMART oder GROW.

Im Sinne von SMART darf ein gutes Ziel
S– spezifisch,
M– messbar,
A– attraktiv,
R– realistisch und
T– terminiert sein.

Die GROW-Methode hingegen stellt ein Tool dar, mit dessen Hilfe Du Dein zuvor definiertes Ziel konkret umsetzen und erreichen kannst. Hierbei stehen die einzelnen Buchstaben für Goal (Ziel), Reality (Wirklichkeit), Options (Alternativen) und Will (Wille) (vgl. Whitmore, 2014). 

WENN SMART NICHT FUNKTIONIERT

Doch es gibt durchaus Fälle, wenn SMART und Co. tatsächlich nicht den gewünschten Erfolg bringen.

Was ist, wenn das bei Dir der Fall ist?

Was, wenn du trotz großer Bemühungen mit diesen Methoden noch nicht Dein Ziel erreicht hast?

Ich kann Dich beruhigen – denn es gibt immer Alternativen.

Aufgeben ist also keine Option – solange Du Dir sicher bist, dass Du das besagte Ziel auch tatsächlich aus Dir heraus erreichen möchtest.

Wie jede Methode oder Technik sind SMART und Co. nicht vollkommen und auch nicht immer passend – viel zu verschieden sind wir dazu als Menschen. So gibt es durchaus auch berechtigte Kritikpunkte an der SMART-Methode.

Ist eine Person beispielsweise noch verunsichert oder besorgt, wenn sie über ihre mittel SMART formuliertes Ziel spricht, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass dieses Konzept so nicht funktionieren wird. In diesem Fall identifiziert sich die Person nicht ausreichend mit ihrem Ziel, es bleibt ein reines „Kopfziel“ und hat zu wenig emotionale Zugkraft. Dadurch wird die Umsetzung und Erreichung realistisch betrachtet nahezu unmöglich.

EMOTIONALE ZUGKRAFT UND UNTERSCHWELLIGE KONFLIKTE

Dass dem Ziel emotionale Zugkraft fehlt, kann ursächlich darin liegen, dass es im Konflikt mit bewussten und unbewussten Bedürfnissen steht oder einen unterschwelligen Wertekonflikt erzeugt. Dir zu helfen, das aufzudecken, ist Aufgabe Deiner Coach!

Um die emotionale Komponente bei der Zielerreichung noch besser zu verstehen, sollten wir erst einmal klären, welche Arten von Zielen es gibt:

Ziele können prinzipiell auf drei verschiedenen Ebenen definiert und verankert sein:

  • Ergebnisebene
  • Verhaltensebene
  • Haltungsebene

DIE ERGEBNISEBENE

Auf der Ergebnisebene wird definiert, welches Ziel Du erreichen möchtest – also das Ergebnis des Prozesses.

Nehmen wir an Du hast das Ziel, einen neuen Job zu finden. Auf der Verhaltensebene planst Du nun konkret, bei welchen Firmen Du Dich wann und wie bewerben möchtest. Hierbei formulierst Du Dein Ziel am besten so präzise und konkret wie möglich. Du zerlegst Das große Ziel „neuer Job“ in spezifische kleine Handlungen.

Vielleicht ist Dir die Ähnlichkeit schon aufgefallen: Genau diese Verhaltensebene wird angesteuert, wenn wir die SMART-Methode anwenden. Ziele auf dieser Ebene benötigen ein hohes Maß an Selbstkontrolle udn Disziplin. Einen guten Plan abzuarbeiten kann hilfreich sein, allerdings kann die Motivation so auch schnell sinken, wenn der Weg eine reine „To-Do-Liste“ wird und das Herz dabei links liegen bleibt…

DIE HALTUNGSEBENE

Auf der Haltungsebene hingegen werden Ziele weniger spezifisch, sondern eher abstrakt formuliert. Ziele auf der Haltungsebene sprechen die Person meist stärker als Ganzes und vor allem auf der emotionalen Ebene an und steuern hierüber quasi im Folgeschritt das Handeln. Es wird dabei eine innere Einstellung beziehungsweise innere Haltung entwickelt, die quasi in ihrer Konsequenz dazu führt, das angestrebte Ziel zu realisieren.

Hierbei ist es möglich auch unbewusste Bedürfnisse und Werte miteinzubeziehen, die durchaus in Konflikt mit dem bewussten Ziel stehen können.

In unserem Beispiel könnte ein Haltungsziel bewirken, dass Du eine innere Einstellung entwickelst Dich selbstbewusst und kompetent in Bewerbungsgesprächen zu präsentieren. Über den Erfolg in Bewerbungsgesprächen kann das bewusste Motiv so schnell wie möglich einen neuen Job zu finden befriedigt werden, zudem kannst Du theoretisch aber auch unbewusste Motive wie den Anspruch auf eine erfüllende Arbeit und eine gute Life-Work-Balance mit einbeziehen und realisieren. (Mühlberger et al., 2018)

Über Haltungsziele wird die Synchronisation von bewussten (Verstand) und unbewussten (Unterbewusstsein) Zielen ein Stück weit ermöglicht.

Oft berichten Klienten, die ein Haltungsziel entwickeln, dass der Weg hin zum Ziel dadurch leichter und stressfreier erscheint; dadurch, dass der Druck abfällt, stetig voller Selbstdisziplin das eigene Verhalten formen und kontrollieren zu müssen.

EIN HALTUNGSZIEL ERSCHAFFEN

Du fragst Dich bestimmt, wie man das macht – ein Haltungsziel formulieren und erschaffen. Das ist eine sehr gute Frage! Ich möchte es Dir jetzt erklären.

Als Basis für das Haltungsziel dient ein Bild, welches Du Dir zuvor ausgesucht hast und welches starke positive Gefühle in Dir auslöst. Dies kann beispielsweise ein hoher Baum oder ein großer Berg sein – etwas, was Dich gefühlsmäßig mit Deinem Ziel verbindet. In unserem Beispiel könnte das beispielsweise ein Bild eines hohen Baumes sein, welcher Gefühle von Kraft, Verwurzelung und Stärke in Dir auslöst.

WARUM EIN BILD?

Unser Gehirn denkt in Bildern. Bilder lösen Emotionen aus, weil sie unser limbisches System im Gehirn ansprechen. Und nur, wenn das limbische System mit aktiviert ist, können wir Neues lernen.

Hast Du eigentlich schon einmal versucht etwas ohne Bilder zu denken? 😉

MOTTOZIEL

Erweitern können wir das Haltungsziel noch durch ein Motto. Aus dem Volksmund bekannt sind solche „Motto-Ziele“, wie „Carpe diem“ oder „in der Ruhe liegt die Kraft“.

Das Motto-Ziel, das vielleicht aus dem Bild des Baumes resultiert, könnte lauten:

„Ich stehe groß, aufrecht und
fest verwurzelt“.

Das Bild in Verbindung mit dem Zielsatz erinnert Dich immer wieder an das Gefühl, das Du leben möchtest und wird Dir helfen, Deine Motivation aufrecht zu erhalten.

Die Forschung zeigt, dass Motto-Ziele, im Gegensatz zu spezifischen Zielen (z.B. SMART-Zielen), die Bindung an ein Ziel stärken und ermöglichen, dass wir uns besser damit identifizieren. Durch die verstärkte Identifikation mit dem Ziel fühlen wir uns stärker verpflichtet dieses auch umzusetzen. Das kann einen bedeutenden Motivationsschub erzeugen.

Vielleicht ist dies genau der Motivationsschub, den du benötigst, um endlich Dein lang ersehntes Ziel zu erreichen.

Essentiell für Dein Ziel auf Haltungsebene ist es, das für Dich passende Motto-Ziel zu finden. Es lohnt sich daher, genügend Zeit in diese Findung zu investieren.

Wenn Du möchtest, helfe ich Dir in einer 1 zu 1 Session dabei, Dein perfektes Motto-Ziel zu finden und zu formulieren – und helfe Dir dabei, wirklich an Deinem Ziel dran zu bleiben!

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Ich bin Elina,
Psychologin und Coach für ganzheitliche Persönlichkeitsentwicklung.
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Quellen

Büche, A. (2017). Ressourcenvoll riskante Gespräche führen. Masterarbeit, Universität Salzburg.

Brunstein, J. C., Dargel, A., Glaser, C., Schmitt, C. H., & Spörer, N. (2008). Persönliche Ziele im Studium. Erprobung einer Intervention zur Steigerung der Zieleffektivität und Zufriedenheit im Studium. Zeitschrift für Pädagogische Psychologie22, 177–191.

Hettl, Matthias K., Ziele müssen »smart« sein in: SW Sozialwirtschaft, Seite 19 – 20

Sozialwirtschaft, Jahrgang 23 (2013), Heft 1, ISSN print: 1613-0707, ISSN online: 1613-0707, https://doi.org/10.5771/1613-0707-2013-1-19

Köster, Gerda, GMK-Entwicklung von Organisation und Individuum: Ziele kinderleicht erreichen- SMARTE Ziele formulieren und mit ZRM effektiv Ziele erreichen; abrufbar unter: https://gerda-m-koester.de/ziele-erreichen.

Mühlberger, C., Büche, A. & Jonas, E. SMART oder MOTTO? Von der Hemmung in die Handlungsfähigkeit durch passende Zielformulierung. Organisationsberatung, Supervision, Coaching. 25, 147–160 (2018). https://doi.org/10.1007/s11613-018-0546-4

Whitmore, J. (2014). Coaching for performance: Potenziale erkennen und Ziele erreichen. Junfermann Verlag GmbH.

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