Warum Veränderungen im Essverhalten so schwer sind…

Dies ist ein wirklich umfangreiches und gleichermaßen äußerst spannendes Thema, wie ich finde.

In diesem Artikel beschreibe ich potentielle Gründe, weshalb Veränderungen häufig scheitern – und zeige fünf Lösungsmöglichkeiten, wie du dennoch Veränderungen erfolgreich umsetzt!

Die genannten Punkte beziehen sich nicht ausschließlich auf das Essverhalten, auch wenn ich beim Verfassend dieses Artikels primär daran dachte. Gleichermaßen jedoch kann es darum gehen, sportlicher zu werden, ein besseres Zeitmanagement zu entwickeln oder andere „schlechte“ Gewohnheiten abzulegen, bzw. zu verändern…

Veränderungen allgemein sind ein scheinbar ‚heikles‘ Thema:

Ob im Bereich Lifestyle, Fitness, Zeitmanagement oder eben im Bereich Ernährung, irgendwie scheinen Veränderungen meist Überwindung zu kosten, Zeit und Energie in Anspruch zu nehmen und zumindest „ungemütlich“, wenn nicht sogar äußerst unangenehm zu sein…

Dennoch sind wir von ständiger Veränderung umgeben. Denn alles, was uns umgibt und in irgendeiner Form lebendig ist, verändert sich. Das Leben selbst verändert sich stetig. Wir Menschen tun dies ebenso, wie jede andere Lebensform und auch unser Planet. Und auch wenn Veränderungsprozesse manchmal langsam und nicht direkt beobachtbar sind, so finden sie doch in jeder Sekunde in und um uns herum statt.

 

Alles im Leben ist veränderlich.

Auch wir Menschen streben grundsätzlich immer wieder nach Veränderungen im Großen und Kleinen. Wir brauchen einen „Tapetenwechsel“, wollen unseren „Horizont erweitern“ oder „mal was Neues“ sehen. So sehr der berühmte „graue Alltag“ uns auch Sicherheit vermittelt, so sehr stört er uns auch manch einmal, da er uns unter Umständen abstumpfen und langweilen lässt. Meist scheuen wir Veränderungen unter dem Vorwand der Sicherheit, was jedoch ein Trugschluss ist, da es für nichts im Leben jemals eine Garantie geben wird.

Vor allem, wenn es um die zielgerichtete Veränderung unserer Gewohnheiten geht, kommt der sonst so naheliegende Veränderungsprozess häufig ins Stocken, auch wenn die Veränderungen grundsätzlich etwas Positives für uns bedeuten würden (wie am Beispiel „gesünder ernähren“):

Immer wieder finden wir uns in alten Verhaltensmustern wieder, wir werden die „schlechten Gewohnheiten“ einfach nicht los, oder tun uns einfach nur schwer damit, den berühmten inneren Schweinehund zu überwinden.

Da stellt sich doch die Frage: Wieso fällt uns Veränderung oftmals so schwer, wenn es doch ein fester und seit jeher bestehender Teil unseres und allgemein des Lebens ist?

 

Was macht zielgerichtete Veränderungen so schwer?

Vielfach führt das Scheitern, wenn eine Veränderung nicht gelingt, zu Schuldgefühlen, Frustration und Wut. Es kommt zu einem Teufelskreis, in dem wir gegen uns selbst zu kämpfen scheinen – oder besser formuliert: Zwei Teile in uns kämpfen. Einmal ist da die alte Gewohnheit, und dann ist da die Unzufriedenheit mit der aktuellen Situation und ja eigentlich auch Motivation, etwas zu verändern.

Ich weiß, dass viele Menschen auf diese Art und Weise gegen sich selbst kämpfen, wenn es um das Thema Ernährung geht. Es stehen da Vorschriften, Verbote und unfassbar viel Ehrgeiz (zum Beispiel endlich mal abzunehmen!) dem nicht beachteten Bedürfnis nach einer liebevollen Behandlung uns selbst gegenüber und körperlich sowie seelisch befriedigendem Essen gegenüber. Und das ist ein unfairer Kampf.

 

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Auch wenn es nicht explizit um das Thema Ernährung oder Abnehmen geht; die Gedanken (oder sollte ich eher sagen Gebote?), besser zu werden, weiter zu kommen und sich immer schneller an die sich verändernde Umwelt anpassen zu müssen – durch einen perfekten Körper, einen besseren Job oder auch die überlegene geistige und/oder spirituelle Entwicklung – begegnen uns nahezu jeden Tag. Nicht umsonst sprechen wir von einer Leistungsgesellschaft. Und das zeichnet sich in nahezu allen Lebensbereichen ab.

Unter dem Aspekt, dass Entwicklung und Veränderung in unserem Leben ein natürlicher und letztlich unumgänglicher Prozess ist, ist das auf einer Seite sogar etwas ganz Wunderbares; hierbei sei vor allem die Vielzahl an Möglichkeiten genannt, die uns heutzutage in vielen Lebensbereichen offensteht!

Die Kehrseite von der „immer besser“-Gesellschaft ist, dass sich dadurch auch leicht ein enormer Druck aufbauen kann: Einhergehend mit dem Gefühl „nie genug“ zu sein. Und wenn sich dieses Gefühl immer weiter vertieft, werden wir weder positive Veränderungen in unserem Leben erreichen, noch glücklich mit ihnen werden.

Daher möchte ich im Folgenden ein paar Schritte aufzeigen, welche meiner Meinung nach hilfreich sind, sich einer positiven Veränderung zu öffnen, ohne aber dabei in die „niemals genug“-Falle zu tappen. Quasi also den Weg der Veränderung zu gehen – aber eben wohl überlegt. Denn essenziell ist vor allem, ob es unser persönlicher Weg ist, also die richtige Richtung, in die Du Dich mit der angestrebten Veränderung bewegst!

Daher zu allererst:

 

1. Mache Dir bewusst, welche Veränderungen DU überhaupt möchtest!!!

Und nein, das ist nicht unbedingt klar. Auch wenn dir jetzt sofort Sätze durch den Kopf schießen, wie „na endlich abnehmen“ oder „einen trainierten Körper haben“, dann empfehle ich dir, sie zuerst einmal zu hinterfragen.

Denn der wichtige Punkt dabei ist: Sind das überhaupt DEINE Wünsche?

Manchmal kann es hilfreich sein, sich alle Punkte, die Dir dabei in den Kopf kommen, einmal aufzuschreiben und sich im Anschluss zu fragen, ob tatsächlich eine positive Veränderung erreicht wäre, wenn der beschriebene Zustand einträfe.

Vielleicht wird Dir dabei bewusst, dass es gar nicht deine eigenen, inneren Wünsche und Ziele sind, sondern eher das Gefühl, jemandem (dem Chef, den Eltern, dem Partner usw.) gefallen oder gerecht werden zu wollen. Das wäre auch ein möglicher Grund, weshalb diese Veränderungen bisher gescheitert sind. Denn ist das Ziel nicht Dein eigenes, wird es relativ schwer sein, langfristig intrinsisch motiviert zu bleiben, um es tatsächlich zu erreichen. (Zum Thema Motivation in Kürze ein weiterer Artikel!)

Wenn Dir klar ist, was Deine Ziele sind, dann werden Dir sicherlich auch Gründe einfallen, warum es für Dich wichtig ist, sie zu erreichen. Notiere Dir diese Gründe, denn das sind bereits Punkte, welche Dir helfen, Deine Motivation zukünftig aufrecht zu erhalten!

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2. Zaghaft ist nicht immer sinnvoll.

Nicht immer ist es ratsam, Veränderungen „Stück für Stück“ umzusetzen. Denn unser Gehirn „lebt“ in Gewohnheiten. Ein gewohntes Umfeld, eine altbekannte Situation wird tendenziell immer wieder das Verhalten abrufen, welches wir seit jeher bei diesem Anlass ausgeführt haben. Das ist der Grund, weshalb Gewohnheiten an sich auch etwas Wunderbares sein können – sie erleichtern uns ungemein den Alltag!

…überlege doch mal, wie es wäre, wenn Du jeden Morgen neu überlegen müsstest, wie das mit dem Zähneputzen noch mal funktioniert… das Leben wäre ungemein anstrengender und komplizierter!

Allerdings zieht dies auch folgenden Fakt nach sich:

Gewohnheiten im alten Umfeld zu verändern ist nicht ganz einfach!

Es kann also durchaus helfen, auch die Situation an sich zu „manipulieren“, wenn Du Deine alte Gewohnheit ablegen möchtest.

Am Beispiel „Essen“ könnte dies bedeuten, den Tisch einmal anders zu decken, an einem anderen Ort/Platz die Mahlzeit einzunehmen, anderes Geschirr zu verwenden oder ganz neu zu dekorieren…

Dieser – wenn auch nur kleine – neue Reiz kann dann schon erleichtern, die neue Gewohnheit einzuführen!

 

3. Aller Anfang ist schwer – Veränderungen kosten Energie. (Ja, leider!)

Tatsächlich ist das „Einüben“ einer neuen Gewohnheit vergleichbar mit einer Wanderung durch einen Dschungel (zumindest stelle ich mir eine Dschungelwanderung so vor… 😊).

Der erste Gang ist unglaublich mühsam, denn der Weg ist versperrt von Lianen und sonstigem Gestrüpp. Auch beim zweiten Mal ist es noch nicht allzu sehr besser. Der einzige Unterschied ist, dass wir wissen, dass wir über diesen Weg beim letzten Mal ans Ziel gekommen sind.

Nachdem wir den Weg dann vielleicht ein Dutzend Mal gegangen sind, entsteht ein kleiner Trampelpfad. Es wird leichter, aber noch nicht einfach.

Lernen passiert grundsätzlich am besten über Wiederholung. Je öfter wir die gleiche Strecke gehen, desto mehr trampelt sich der Pfad zu einem richtigen Weg aus.

Irgendwann geht es „wie von selbst“. Wir haben dann Momentum erreicht, unser Gehirn hat neue Verknüpfungen gebaut und der kleine holprige Weg vom Anfang ist zur befestigten, asphaltierten Straße geworden. Ab und zu brauchen wir dann noch einen kleinen „Anschubser“, im Großen und Ganzen aber rollt es ganz leicht vorwärts.

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4. In der Komfortzone ist es am gemütlichsten.

Ja, Gewohnheiten erleichtern uns den Alltag – sie machen es uns ein Stück weit ganz schön gemütlich!

Allerdings ist das auch gefährlich: Denn Gewohnheiten bedeuten immer auch, dass wir uns in der Komfortzone befinden!

 


Ganz kurz zur Orientierung: Es gibt Komfortzone, Lernzone und Panikzone. Die Lernzone ist die „gesunde Mitte“. Je mehr wir uns in der Lernzone befinden, desto mehr weiten wir auch unsere Komfortzone aus. Wir lernen, erweitern unsere Handlungsspielräume, unsere Kompetenzen… das kann grundsätzlich ein Baustein für Zufriedenheit und Glück im Leben sein!


 

Zum einen ist der Wille, unsere Komfortzone zu erweitern, ein Grund, auch Gewohnheiten, die wir schon lange ausführen, immer wieder zu hinterfragen und sich gegebenenfalls von ihnen zu lösen.

Zum anderen bedeutet das stetige Erweitern der Komfortzone auch, dass Gewohnheiten zu verändern leichter werden kann, wenn wir Übung damit haben. Somit kann, Gewohnheiten zu verändern, auch nicht unerheblich zu unserer persönlichen Entwicklung beitragen.

 

5. Lerne und verändere, um Dir und Deinem Körper etwas GUTES zu tun!

Egal, ob es sich um Ess- oder andere Gewohnheiten handelt, die Du verändern möchtest – mache Dir klar, dass Veränderungen immer zu Deinem Besten geschehen sollten! Mache Dir daher bewusst, welche positiven Aspekte die Veränderung Deiner Gewohnheit mit sich bringt. Es wird nämlich absolut nichts bringen, eine Veränderung gegen innere Widerstände umzusetzen (siehe Punkt 1).

Versetze dich in das Gefühl hinein, dein Ziel bereits erreicht zu haben:

Wie fühlt es sich an? – Was wirst du anders machen? – Was ist so schön an diesem Zustand? – Was wird sich in Dir verändert haben, wenn Du Dein Ziel bereits erreicht hast?

Emotionen Auf diese Weise Emotionen in Dir zu wecken, kann ein wichtiges Werkzeug auf dem Weg zum Erfolg sein. Sich in den Zielzustand „hinein zu fühlen“ ist im Prinzip eine Visualisierung Deines Ziels. Die intensive Visualisierung ist dabei für dein Gehirn nicht wesentlich anders, als wenn du die Handlung tatsächlich ausführst. Der erste Schritt durch den „Dschungel“, also der Anfang des Lernens ist dann schon getan!

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Die fünf beschriebenen Punkte haben natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Letztlich gibt es – wie so oft im Leben – kein Patentrezept für Erfolg. Natürlich hat die Umsetzung auch damit zu tun, sich immer wieder neu zu motivieren (hierzu in Kürze ein extra Artikel) und logischerweise auch mit Durchhaltevermögen, sprich Disziplin.


 

Vielleicht kennst Du ja noch einen wichtigen Aspekt oder einen Trick, der bei der Veränderung von Gewohnheiten hilfreich ist. Ich freue mich, wenn Du mir dazu einen Kommentar dalässt!

Ansonsten hoffe ich, dass Dir die genannten Strategien hilfreich sein können bei den Veränderungen, die Du für Dich persönlich anstrebst.

Dabei wünsche ich Dir viel Erfolg, und: Versuche, es zu genießen! 😉

Autor: Elina Herrmann

Mein Name ist Elina Herrmann. Ich lebe in Berlin und liebe die Natur, gutes Essen und Fitness. In meinem Blog "Great Life Nutrition" schreibe ich meine Gedanken zu den facettenreichen Zusammenhängen zwischen Ernährung und ganzheitlichem Wohlbefinden auf. Aus gegebenem Anlass kommt jetzt noch der Reiseblog "Two_In_Peru" dazu. Viel Freude beim Lesen!

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